CRE139 Medienkompetenz

Über Netznutzung, Entwicklung der Medien und dem Umgang mit Information

Episode image forCRE139 Medienkompetenz Das Netz ist voller Informationen und ihre Weiterleitung beschleunigt sich von Jahr zu Jahr. Dabei wird der Überprüfung der Information zunehmend weniger Bedeutung beigemessen, Aktualität schlägt die Verlässlichkeit. Hinter den großen Debatten um Relevanz und Journalismus verschwindet die Notwendigkeit zu einer persönlichen Glaubwürdigkeit, die zunehmend von Informationen dritter abhängig ist.

Im Gespräch mit Tim Pritlove erläutert der Journalist Torsten Kleinz seine Erkenntnisse zu Medienkompetenz im Internet. Themen unter anderem das Internet und der Journalismus; das Heise-Forum und das Troll-Problem; Glauben und Überprüfen; die Wikipedia-Debatte und das Problem der Relevanz.

Dauer: 1:37:08

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39 Gedanken zu „CRE139 Medienkompetenz

  1. Mal was zum Inhalt: ;-)

    Ganz ehrlich ich wahr ja bei dem Thema schon überrascht, dass der Cast “nur” knapp 1ne stunde 30min geht ^ – weil machen wir uns nichts vor “Medienkompetenz” da kann man echt n Fass aufmachen. Doch unterm Strich fand ich es ganz okay, dass ihr das Thema mehr auf das Netz bezogen besprochen habt. Sicher hätte man alles noch weiter auf eine Metaebene treiben können – aber dann währt ihr wohl nicht unter drei Stunden weg gekommen. ;-)

    Vielleicht aber ist es auch ein gewisser gesellschaftlicher “Anspruch” den wir uns auferlegen, warum sich in den vielen genannten Beispielen so wenig Kompetenz entwickeln kann. Vielleicht ist es prinzipiell die Erwartung über alles immer bescheid zu wissen und sich zu allen Sachverhalten äußern zu müssen. Angefangen von der viel gescholtenen Arbeitswelt wo Fehler nicht geduldet werden ect pp.

    Wenn man diesem Druck ein Schnippchen schlagen kann – dann kann man sich auch qualitativ auf eine Handvoll Themen besser und fundierter einlassen. Das “Weltwissen” ist eh für den Einzelnen vieeel zu groß ^^ Ich habe für mich diese Entscheidung getroffen. Es gibt sehr wohl heiße Themen denen ich dann eher neutral gegenüber stehe – gerade wenn etwas medial sehr hochgekocht ist – dann schalte ich eher auf “kein Empfang” und warte mal ab was draus wird, wenn sich die Aufregung gelegt hat.

    mfg Dirk :D

  2. Vor dem Mikro ähh ich auch sehr viel rum – bestimmt so viel wie Torsten Kleinz. Ich geh das bei Gelegenheit entähen. Uppe ich dann später.

  3. Das CRE hat mich doch etwas enttäuscht, was wohl an der sehr mächtigen Überschrift “Medienkompetenz” lag. Ich hatte gehofft etwas mehr über die Bedeutung von Medienkompetenz in der heutigen Zeit zu erfahren und wie zum Beispiel Junge Leute (Schüler oder Studenten) an das Thema herangeführt werden. Tim hat zwar einige male Versucht Informationen darüber zu bekommen, wie der einzelne sich heute in der Medienwelt zurecht finden kann, aber die Antworten wurden nicht gegeben. Das lag auch daran, dass der Gast selbst Teil der bestehenden Medienwelt ist und daher ein sehr engen Blick auf die Medienwelt hat. Das wurde ja auch mehrmals von Herrn Kleinz betont (was ich sehr ehrlich und gut fand).

    Somit bleibt für mich, dass ein Interessanter Gast zum Falschen Thema befragt wurde.

  4. Kann mich nur anschließen: Die vielen “äääh”s haben es fast unhörbar gemacht. Wäre super wenn darauf in Zukunft geachtet werden könnte. Die Sendung ist nicht live, sprich man könnte den Interviewpartner off-the-record darauf hinweisen.

  5. Und äääh, Ja äääh, ääääääh ääääääääääääääääh ääääääääääääääääääääääääääääääh

    Sorry, konnts nich lassen ;)

    Naja weiss nich, irgendwie hatte ich ein bisschen auf mehr gehofft, als ich den Titel las. Gut vielleicht lags auch nur daran, dass ich irgendwie nich so ganz seiner Meinung war ;) Und äääääääääh ;)

    Ps: Der CRE über Waffen war doch mit Pavel oder? Dem ist das natürlich zu verzeihen. Hey ist Pavel!

  6. Interessant finde ich die Passage zur Wikipedia. Einerseits plädiert Torsten für den “einen Klick weiter”, sprich Medienkompetenz im Netz.

    Andererseits will Torsten gesicherte Informationen in der Wikipedia sehen (“Falschinformationen können schaden!”). Dabei weiß jeder, dass die Wikipedia per definitionem mit Vorsicht zu genießen ist – abgesehen von einigen Qualitätsjournalisten vielleicht (Karl-Theodor Wilhelm Freiherr von und zu Guttenberg).

    Torsten ist also nicht ganz konsistent. Trotzdem gewinnt man einen Einblick in die Kriterien, nach denen sich der Online-Journalist Torsten Kleinz ausrichtet. Danke dafür.

  7. Der CRE 139 hätte ruhig ein bis zwei Stunden länger sein können. Gerade wenn es spannend wurde, Wikipedia, “Qualitätsjournalismus” vs. “Bürgerjournalismus” wurde leider nur an der Obefläche gekratzt.

    Die Argumente von Torsten Kleinz zur Wikipedia sind so falsch nicht, auch wenn ich diese Relevanzkriterien eher kritisch sehe.

    So schwammig wie die Relevanz ist aber auch die “Qualität” beim Journalismus. Es gibt einfach großartige journalistische Beiträge von “Amateuren”, genauso wie es gequirlten Mist von “Pros” gibt. Im Prinzip ist es also erstmal gut, dass jeder heute Sender sein kann, auch wenn er/sie nur in einer Nische sein Publikum findet.

    Haben in den späten 80ern die offenen Kanäle dem Hörfunk und TV den Nimbus des Unnahbaren, Allwissenden genommen, so kratzen heute Blogger und Twitterer am Nachrichtenmonopol der Presseagenturen.

    Aktuell steuern nicht mehr einige wenige Redakteure den Nachrichtenfluss – und heulen, wenn mal wieder einer via Twitter schneller war – heute kann jeder Sender sein.

    Das Problem ist das Filtern, so wie es Torsten Kleinz meiner Meinung nach schon recht gut dargestellt hat. Wenn ich schon den Inhalten der Springer-Presse nicht traue, wieso sollte ich dann ungeprüft Netzinhalten Glauben schenken?

    So genug jetzt. Ist echt ein fettes Fass, diese Medienkompetenz. War – ob mit oder ohne Ähs eine nette Anregung über das Thema weiter nachzudenken.

    Super übrigens, dass nach der langen Pause wieder so fix CREs entstehen!!!!

  8. Mal abgesehen von den “ähs”: Wie Puddingpulver und Mulder fand auch ich die Sendung inhaltlich schwach. Ein wichtiges Thema, eine große Überschrift, aber dann kommt leider dooch nur wieder Twitter und Wikipedia-Relevanzdebatte. Es gibt so viel zu diesem Thema zu sagen, stattdessen bleibt man in seiner eigenen kleinen Szene-Ecke der digitalen Elite. Jeder CRE-Hörer behauptet von sich “medienkompetent” zu sein, die anderen sind das nur nicht. Und für die gibt’s als Ratschlag nur “gesunder Menschenverstand” und “Gehirn einschalten.” Als Aufgabe in der Schule würde ich sagen: Thema verfehlt.

  9. Freut mich, dass ich das nicht nur für mich gemacht habe.

    @j

    Handarbeit. Beim ersten Durchhören markierst du die Ähs mittels Tastendruck. Danach gehst du die Marker durch und selektierst die Ähs in der Wellenform und löscht sie. Das ergibt zwar an einigen Stellen einen etwas harten Übergang, aber ist die zeitsparenste Variante, die mir einfiel – in diesem Fall ca. 4 h.

  10. Ohje. CRE wird immer schlechter. Früher bestand eine Ausgabe zu 80% aus Informationen und zu 20% aus Blah-Blah, heute musst du schon aktiv suchen, um die 30% Informationen zu finden.

    Ich hatte eine Abhandlung zum Thema Medienkompetenz erwartet, ein How-To, “auf was muss ich achten”, “wie vermeide ich Manipulation”. Was ihr machtet ist Twitter-Internet-Sozial-Netzwerke-Blogs-Blah-Blah, was keiner hören will. Zumindest ich nicht! :-)

  11. obwohl nettes geplauder, hatte ich mir auch mehr erwartet. Ich finde es in letzter Zeit ganz niedlich wie sich in Blogs (z.B. fefe, fixmbr), der wikipedia und nun auch hier um das Thema medienkompetenz und -kritik bemüht wird.
    Dabei wird meistens übersehen, dass es das schon seit 2000 Jahren gibt. Die besten methoden zur medienkritik stammen aus der theologie, z.B. textkritik. Wer sich mal in unterhaltsamer form ansehen möchte, wie gestandene professoren sich an einem(!) wort abarbeiten, dem sei Corpus Christi (kommt manchmal auf arte) empfohlen.
    Wers etwas moderner mag, kann sich mit “Diskursanalyse” beschäftigen. Die hat Thorsten im Eigenbau auch beschrieben, aber konnte wohl Ross und Reiter nicht nennen.
    Ach, die Journalisten …

  12. Tja was soll ich sagen, es war vll. ein Fehler diesen CRE direkt im Anschluß zum Superpraktischdirekten Basteln CRE zu bringen.
    Woran es gelegen hat kann ich nicht genau sagen, es wurde recht viel gesprungen, Twitter imo überstrapaziert und im endeffekt läuft es auch immer auf die gleichen Dinge (mehrere Quellen lesen, selbst denken) raus.
    Leider der langweiligste CRE an den ich mich erinner und das einzige was hängen blieb, war die Google Funktion um nach Links zu suchen die auf einen Beitrag verweisen.

  13. Na, kann ja mal passieren, durch die vielen exquisiten Gäste ist man ja auch verwöhnt. Und wenn jemand dann mühsam sprechend doch überwiegend nur Handwerkzeug wie “selber denken, weiter klicken, Quellen prüfen” herausbringt, dann ist man halt enttäuscht.

    Hören entnervt abgebrochen.

  14. Hallo Tim,

    schön, dass du dich dieses komplexen Themas annimmst. Man merkt, dass ihr da ein Fass ohne Boden aufmacht. Aber ich finde, ihr habt einen guten Überblick geschaffen. Ich finde, du solltest das in weiteren Interviews ausbauen. Die Medienbranche ist ja derzeit radikal im Umbruch:

    – Verlagerung ins Netz: Zeitungen werden sicher nicht untergehen, aber sie müssen kapieren, wie sie im Netz erfolgreich sind. Paid Content ist ein Stichwort und Leistungsschutzrechte – da geht es auch um Netzneutralität.

    – Bürgerjournalismus: Welches Potential haben Readers Edition, Wikinews und Co? Können solche Modelle wirklich die ganze Bandbreite des klassischen Journalismus ersetzen?

    – Lokalnachrichten: Lokale Blätter sterben massiv weg. Wie kriegen wir den local shit (sehr bildlich ;)) zu den Leuten?

    – Unabhängigkeit: Durch verminderte Berichterstattung von Zeitschriften und Zeitungen gibt es in Firmen und Instituten mehr und mehr Pressesprecher und -beauftragte. Die schreiben auch Artikel, aber natürlich selten selbstkritische. In Deutschland arbeiten heute mehr Pressesprecher als Journalisten.

    Und all diese Themen haben mit Medienkompetenz zu tun! Wenn sich das Kompetenzspektrum der Nachrichtenquellen diversifiziert (von Bürgerjournalisten über Pseudoexperten zu Profijournalisten) liegt es am Leser zu entscheiden, was gut für ihn ist. Wobei ich mir sicher bin, dass Bild-Leser auch in Zukunft mehr wissen…

    PS: Mich stören Ähs nur, wenn der Redner sonst auch nichts zu sagen hat. Ansonsten halte ich es wie bei Pavelinterviews: Geduldig zuhören und warten, bis die Botschaftes des Satzes kommt. Das ist übrigens auch eine Form von Medienkompetenz. Und liebe Freunde: Der Moderator kann an seiner Ausdrucksweise pfeilen, die Interviewten wird er sicher nicht extra schulen. Und die werden nach ihrer Kompetenz ausgesucht. Das ist selbst im terrestrischen Rundfunk so.

  15. Schwammiges Thema sehr schwammig behandelt. Das hin- und herspringen und überproportionale Bearbeiten von dem aktuellen Hypeobjekt Twitter sowie der unsäglichen Relevanzdebatte haben es nicht besser gemacht. Eine der schlechtesten CRE-Episoden, die ich bis jetzt gehört habe.

  16. Wenn die vielen Ähs noch zu verzeihen wären, so ist es aus meiner Sicht nicht zu entschulden das eine Person die ausgerechnet über Medienkompetenz referiert, zwei oder drei mal während der Argumentation den Faden verliert und sich bei Tim nach der Frage erkundigen muss.

    Eine verklausulierte Argumentation sollte man dann wählen, wenn man fähig ist, seine Thesen zum Schluss nochmal prägnant zusammenzufassen. Mitten in einem Satz mit gefühlten 20 Nebensätzen plötzlich mit dem Sprechen aufzuhören und zuzugeben das man die Frage vergessen hat, ist nicht nur peinlich, es macht die gesamte Argumentation fragwürdig.

    Insgesamt will ich mich dem Credo oben anschließen. Interessantes Thema, leider etwas zu speziell betrachtet (Twitter, Wikipedia).

    Zum CRE allgemein: Tim, sehr gute Arbeit, weiter so.

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  18. Medienkompetenz = hier: Kompetenz in Bezug auf die Internetmedien.

    Bei den sozialen Medien (Facebook, StudiVZ, …) läuft momentan ein großes Trainingsprogramm. Überhaupt ist die Kompetenz für Internetmedien noch wenig gegeben. Interessant ist z.B. das der deutsche Wikimedia Verein auch in Schulen, in Zukunft möglicherweise auch in der Lehrerfortbildung, deren Kompetenz erweitern will. So fällt auf, dass die Kinder erst ab einem bestimmten Alter kritisch gegenüber Anderen werden. Meiner Erfahrung nach kommt irgendwann dann das Alter, wo dicht gemacht wird und eine gegensätzliche Meinung oder neues Wissen gar nicht mehr an einem ran gelassen wird.

  19. Also, man kann diesen Podcast sehr schön auf einen Satz zusammenfassen:
    Die 190. Erwerbsregel der Ferengi: Höre alles, glaube nichts.

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