CRE216 Chilikultur

Geschichte, Anbau, Geschmack und Medizin der Chilipflanzen

Episode image forCRE216 Chilikultur Seit einigen Jahren hat die Chili in unseren Breiten Hochkultur. Sogenannte Chilliheads beschäftigen sich mit Anbau und Kochkultur rund um die schärfsten Pflanzen der Welt, treiben die Schärfe in Züchtungen nach oben und haben generell Spaß an der Pflanze. Volker Tripp ist auch vor einigen Jahren auf den Geschmack gekommen und berichtet ausführlich über die Evolution der Paprikapflanzen, die Verbreitung der Chilis durch den Kolonialismus, Geschmackserlebnisse und medizinische Anwendungen.
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avatar Tim Pritlove Bitcoin spenden Icon Amazon Wunschliste Icon Spenden via SEPA-Überweisung Icon Liberapay Icon Spenden via PayPal Icon
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Shownotes:

43 Gedanken zu „CRE216 Chilikultur

  1. Geil geil geil! Ich fasse es nicht! Erst diese Woche hatte ich ein kleines Chillievent mit Freunden, das mich auf den Geschmack gebracht hat und nun das Thema im CRE! Danke, perfektes Timing! :)

  2. Sehr schöne Episode…nah am Leben, informativ, komplett unlangweilig.
    Und ich habe eine schöne Inspiration bekommen, was ich mit meinem eingemotteten Zimmergewächshaus anfangen kann :-)
    Danke dafür!
    Und….@Tim: CRE Folgen über Lebensmittel sind einfach prima…lenken den Blick von der Technik wohltuend auf die Lebensgrundlagen, die man für die Beschäftigung mit der Technik braucht…
    LG
    Stefan

  3. Mal wieder was zum Anhören hier! Schade, dass CRE in den Jahren nach dem ersten Spendenaufruf so vernachlässigt wurde zugunsten weniger fokussierter Laberformate. Trotzdem schön, dass es aber zwischendurch doch immer mal wieder weitergeht. Danke dafür!

  4. Ich habe Chilies aus den 0-8-15-Chilies, die es frisch für 1,49 in Asialäden gibt gezogen, am Fensterbrett (Berlin, Südfenster, aber leicht baumverschattet) und ohne Minigewächshaus od. Heizung.

    Ökonomisch ist das nicht, aber es wächst schnell und sind nette Pflanzen. Die älteste jetzt 3 Jahre alt, aber dieses Jahr beim Sturm abgestürzt und die Ernte weitgehend hin.

    Richtig ist aber, dass man früh aussähen muss, damit die Früchte reif werden, und im Winter steht der Blumenkasten auch drinnen.

  5. Super, endlich kommen Chili mal zu Ruhm und Ehre im CRE!
    Als ich Tim mal meine selbst gezogene Chilipulver zu seinem Chili con Carne auf dem 30C3 anbot guckte er mich noch an wie ein Pferd und lehnte skeptisch ab. :)
    (Ok, das lag vermutlich auch mehr an der massiven Übermüdung an Tag3.)

    Die Sendung gefiel mir richtig gut. Der Gast hatte ordentlich Ahnung.
    Etwas mehr hätte es noch sein können, wie z.B. der Kult mit der Hotsauce begann, und sich dann in den USA so massiv ausbreitete
    bis es dann zu uns herüber schwappte.
    Oder auch Dinge wie die Herstellung von Tabasco oder die arbeit des New Mexican Pepper Institute ( https://cpi.nmsu.edu ).
    Aber als kleiner Einblick dass Chili mehr ist als nur “macht scharf”, war der CRE wirklich sehr zu empfehlen.

    In meiner Youtube Playlist habe ich auch ein paar Dokus über Chilis: https://www.youtube.com/playlist?list=PL7BAE259ED4BFA097
    Da kann man sich dann noch etwas in das Thema vertiefen.

  6. Sehr schön, ich mag Chilis :) … und solche Sendungen!

    Für alle, die es selbst mal ausprobieren wollen und vor Gewächshaus und Co zurückschrecken: man kann es durchaus auch etwas weniger ambitioniert angehen und kann für den Heimgebrauch durchaus ein wenig Ernte einfahren.

    Ich nehme immer zwei Weintraubenverpackungen, die ich an einer Kante mit Tixo zusammenklebe und so zum Mini-“Gewächshaus” umfunktioniere. Dazu habe ich glücklicherweise ein sehr helles Küchenfenster.

    Gebe die Kerne auch am Vorabend in lauwarmes Wasser und pflanze sie dann leicht verteilt in die Erde. Von 10-15 Kernen gingen bei mir immer 2-5 Pflänzchen auf. Wenn sie etwas größer sind, kommen die zwei Stärksten in eigene Töpfe und später dann nochmal in einen größeren Topf.

    Habe zum Glück die Möglichkeit eine (oder auch mehrere) Pflanzen bei einem Kollegen im Garten unterzubringen, die andere bleibt am Fensterbrett. Die bleibt natürlich kleiner, aber Ernte gab es trotzdem immer (mal mehr, mal weniger).

    Friere meine Beute meist ein und verarbeite sie übers Jahr.
    Eine feine Verwendung ist auch, wenn man getrocknete, aufgeschnittene Früchte in ein Fläschchen Olivenöl gibt ;) Ohne Trocknung hatten wir einmal das Problem, das sich Schimmel gebildet hat.
    Trocknen kann man auch bei niedriger Temperatur im Backrohr (das Rohr dabei einen Spalt geöffnet lassen)

  7. Könnte jemand von den Experten hier einen Onlineshop und ein Rezept empfehlen für Leute, die es mal ausprobieren möchten, sich aber erstmal nicht stundenlang einlesen möchten?

  8. Mahlzeit!

    Zum Konservieren:
    Einlegen wie Essiggurken funktioniert auch sehr gut. Rezepte für den Sud finden sich tausende, letztlich ist es Essig und Wasser 1:1, Salz, Zucker, Rezept, Gewürze, Kräuter, Zwiebel, Knoblauch, …
    Mir hat dabei der Sud mit Apfelessig am besten geschmeckt.
    Je nach Sorte kann man die dann knabbern wie Gürkchen, oder auch nicht. :P

  9. aye – schönes Thema

    mich haben die Chilis ab etwa 2010 erwischt. von einem Aufenthalt auf la Palma zurückgekommen, hatte ich neben haufenweise Tomatensamen auch ein paar Chilis mit. Obst-Chilis, wenn ich mich recht erinner, waren die ersten.. dann kamen letztes Jahr Rawitts dazu ( reichlich Ernte.. ) und dieses Jahr Habañeros, mit denen ich aber offensichtlich zu spät begonnen hatte.. ( 2 Früchte bisher… eine am reifen.. aber viele Blüten, die sich seit dem Umtopfstress wieder gebildet haben )

    zu der Schädlingsproblematik : Blattläuse hatt ich damals bei den Rawitts auch, ein Problem, welchem ich damals im Oktober / November letzten Endes nicht mehr her wurde.. inzwischen würde ich da Milch, Neem, oder evtl. auch Teebaumöl probieren.

    Trauermücken : ich hab immer ein paar Sonnentau-pflänzchen dazwischen stehen. da die als Sumpfpflanzen es eh recht feucht brauchen, ziehen sie damit recht verläßlich die Trauermücken auf sich, vor allem, wenn man bei den anderen nicht zu großzügig gießt.. Blattläuse halten diese jedoch auch nicht ab, können ihnen auch selber erliegen.

    ach ja, btw. Die Samen für die Habañeros hatte ich übrigens aus dem Prinzessinnengarten ( Ernte Oktober 2015 ) , nun gedeihen sie in den Sommermonaten hier : https://protzenweiher.wordpress.com/blog/
    in Regensburg

  10. Hi Tim! Spannende und lehrreiche Folge, vielen Dank dafür.

    Nun aber mal was anderes; ein imho wichtiger Hinweis zur Barrierefreiheit:
    Ich selbst nutze oft einen Textbrowser und musste nun feststellen, dass die Aktualisierung der Oberfläche einen Download mit z.B. dem Browser “links” unmöglich macht.
    Der neue Downloadbereich sieht hier natürlich mega hübsch aus; aber so ein (ich bitte um Verzeihung) neumodischer java-script-Kram ist oft ein großes Hindernis für alle User von Textbrowsern.

    Ich bin selbst nicht sehbeeinträchtigt oder blind. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass gerade Podcasts eines der besten Medien sind, die Blinde über das WWW beziehen können. Ein barrierefreier Zugang wäre daher schön.

    Ich würde mich freuen, wenn diese Tatsache in der Podcast-Community ein Stück weit mit berücksichtigt würde und vielleicht ist eine Anpassung dahingehend in Kürze möglich. Das würde sicherlich viele Menschen glücklich machen.

    Vielen Dank.

    • Der neue Player ist noch eine Betaversion. Wir planen, den Code noch weiter auszubauen, damit eine barrierefreie Nutzung möglich ist.

      So fürchterlich “neumodisch” ist JavaScript ja nun auch nicht mehr und der links-Browser wird selbst nicht mehr weiterentwickelt.

      Für Leute, die das eher aus Automatisierungsgründen nutzen würde ich eh eher zu den Podcast-Feeds raten.

      Aber ich mache mir noch mal Gedanken, wie ich da eine Brücke bauen kann, habe aber natürlich auch ein Interesse, das Interface zum Podcast insgesamt übersichtlicher gestalten kann.

  11. seit vielen Jahren ziehe ich immer wieder Chilipflanzen. Angefangen hatte ich mit den Samen aus besonders leckeren Chilis, die ganz einfach von vornherein zu Jahresbeginn in einnen ca 20 – 40 l Topf im Wohnzimmer gesät werden können. Dadurch spaart man sich viel Arbeit und Verluste. Im Sommer kommt der Topf dannin den Garten. Dort habe ich fast nie Probleme mit Insekten, dennoch der Tip, dass vollkomm ungiftig nahezu alle Pflanzen gegen alles Krabbelde von Blattläusen bis zu Spinnmilben mit in Wasser stark verdünntem emulgierten Paraffin (unter der Bezeichnung Weißöl o. ä. im Fachhandel) ergänzt mit einem Schuss Spülmittel eingesprüht werden können.
    Die Pflanzen blühen oft das ganze Jahr über und so spiele ich im Winter mit einem eeichen Pinsel ‚Bienchen‘.
    Viel Freude beim Ziehen eigener Chilis!
    Eberhard

  12. Köstliche Sendung. Darauf einen kraftigen Schluck Tabasco Habanero.

    Ich liebe scharfes Essen und habe dieses Jahr auch erstmals vom Keim bis zur Frucht am Küchenfenster angebaut und geerntet. Ich habe nur leider das Problem, dass ich je nach Tagesform sehr schnell Schluckauf bekomme von der Schärfe. Weiß jemand wieso dieser Effekt eintritt und gibt es Tricks dagegen?

  13. Wahrscheinlich kennt das jeder schon, es ist Uralt aber immer noch eines meiner Lieblingstexte zum Thema Chili:

    Der Chilitester

    Notizen eines unerfahrenen Chilitesters, der seinen Urlaub in Texas verbrachte.

    Kürzlich wurde mir die Ehre zuteil, als Ersatzpunktrichter bei einem Chili-Kochwettbewerb zu fungieren. Der Ursprüngliche Punktrichter war kurzfristig erkrankt und ich stand gerade in der Nähe des Punktrichtertisches herum und erkundigte mich nach dem Bierstand, als die Nachricht über seine Erkrankung eintraf.
    Die beiden anderen Punktrichter (beide gebürtige Texaner) versicherten mir, daß die zu testenden Chilis nicht allzuscharf sein würden. Außerdem versprachen Sie mir Freibier während des ganzen Wettbewerbes und ich dachte mir PRIMA, LOS GEHT`S!

    Hier sind die Bewertungskarten des Wettbewerbes:

    ***
    Chili Nr 1: Mike`s Maniac Mobster Monster Chili
    Richter1: Etwas zu Tomatenbetont; amüsanter kick
    Richter2: Angenehmes, geschmeidiges Tomatenaroma. Sehr mild.
    ICH: Ach Du Scheiße! was ist das für Zeug!? Damit kann man getrocknete Farbe von der Autobahn lösen!! Brauchte zwei Bier um die Flammen zu löschen; ich hoffe, das war das übelste; Diese Texaner sind echt bescheuert!

    ***
    Chili Nr 2: Arthur`s Nachbrenner Chili
    Richter 1: Rauchig, mit einer Note von Speck. Leichte Pepperonibetonung
    Richter 2: Aufregendes Grill Aroma, braucht mehr Peperonis um ernst genommen zu werden.
    ICH: Schließt dieses Zeug vor den Kindern weg! Ich weiß nicht, was ich außer Schmerzen hier noch schmecken könnte. Zwei Leute wollten mir erste Hilfe leisten und schleppten mehr Bier ran, als sie meinen Gesichtsausdruck sahen.

    ***
    Chili Nr 3: Fred`s berühmtes “Brennt die Hütte nieder Chili”
    Richter 1: Excellentes Feuerwehrchili! Mordskick! Bräuchte mehr Bohnen.
    Richter 2: Ein Bohnenloses Chili, ein wenig salzig, gute Dosierung roter Pfefferschoten.
    ICH: Ruft den Katastrophenschutz! Ich habe ein Uranleck gefunden. Meine Nase fühlt sich an, als hätte ich Rohrfrei geschnieft. Inzwischen weiß jeder was zu tun ist: bringt mir mehr Bier, bevor ich zünde!! Die Barfrau hat mir auf den Rücken geklopft; jetzt hängt mein Rückgrat vorne am Bauch. Langsam krieg ich eine Gesichtslähmung von dem ganzen Bier.

    ***
    Chili Nr. 4: Bubba`s Black Magic
    Richter 1: Chili mit schwarzen Bohnen und fast ungewürzt. Enttäuschend.
    Richter 2: Ein Touch von Limonen in den schwarzen Bohnen. Gute Beilage für Fisch und andere milde Gerichte, eigentlich kein richtiges Chili.
    ICH: Irgendetwas ist über meine Zunge gekratzt, aber ich konnte nichts schmecken. Ist es möglich einen Tester auszubrennen? Sally, die Barfrau stand hinter mir mit Biernachschub; die hässliche Schlampe fängt langsam an HEIß auszusehen; genau wie dieser radioaktive Müll, den ich hier esse. Kann Chili ein Aphrodisiakum sein?

    ***
    Chili Nr. 5: Lindas legaler Lippenentferner
    Richter 1: Fleischiges, starkes Chili. Frisch gemahlener Chayennepfeffer fügt einen bemerkenswerten kick hinzu. Sehr beeindruckend.
    Richter 2: Hackfleischchili, könnte mehr Tomaten vertragen. Ich muß zugeben, daß der Chayennepfeffer einen bemerkenswerten Eindruck hinterläßt.
    ICH: Meine Ohren klingeln, Schweiß läuft in Bächen meine Stirn hinab und ich kann nicht mehr klar sehen. Mußte furzen und 4 Leute hinter mir mußten vom Sanitäter behandelt werden. Die Köchin schien beleidigt zu sein, als ich ihr erklärte, daß ich von Ihrem Zeug einen Hirnschaden erlitten habe. Sally goß Bier direkt aus dem Pitcher auf meine Zunge und stoppte so die Blutung. Ich frage mich, ob meine Lippen abgebrannt sind.

    ***
    Chili Nr 6: Veras sehr vegetarisches Chili
    Richter 1: Dünnes aber dennoch kräftiges Chili. Gute Balance zwischen Chilis und anderen Gewürzen.
    Richter 2: Das beste bis jetzt! Agressiver Einsatz von Chilischoten, Zwiebeln und Knoblauch. Superb!
    ICH: Meine Därme sind nun ein gerades Rohr voller gasiger, schwefeliger Flammen. Ich habe mich vollgeschissen als ich furzen mußte und ich fürchte es wird sich durch Hose und Stuhl fressen. Niemand traut sich mehr hinter mir zu stehen. Kann meine Lippen nicht mehr fühlen. Ich habe das dringende Bedürfniss, mir den Hintern mit einem großen Schneeball abzuwischen.

    ***
    Chili Nr 7: Susannes “Schreiende-Sensation-Chili”
    Richter 1: Ein moderates Chili mit zu großer Betonung auf Dosenpepperoni.
    Richter 2: Ahem, schmeckt als hätte der Koch tatsächlich im letzten Moment eine Dose Pepperoni reingeworfen. Ich mache mir Sorgen um Richter Nr. 3. Er scheint sich ein wenig unwohl zu fühlen und flucht völlig unkontrolliert.
    ICH: Ihr könnt eine Granate in meinen Mund stecken und den Bolzen ziehen; ich würde nicht einen Mucks fühlen. Auf einem Auge sehe ich garnichts mehr und die Welt hört sich wie ein großer rauschender Wasserfall an. Mein Hemd ist voller Chili, welches mir unbemerkt aus dem Mund getropft ist und meine Hose ist voll mit lavaartigem Schiss und passt damit hervorragend zu meinem Hemd. Wenigstens werden sie bei der Autopsie schnell erfahren was mich getötet hat. Habe beschlossen das Atmen einzustellen, es ist einfach zu schmerzvoll. Was soll`s, ich bekomme eh keinen Sauerstoff mehr. Wenn ich Luft brauche, werde ich sie einfach durch dieses große Loch in meinem Bauch einsaugen.

    ***
    Chili Nr. 8: Helenas Mount Saint Chili
    Richter 1: Ein perfekter Ausklang; ein ausgewogenes Chili, pikant und für jeden geeignet. Nicht zu wuchtig, aber würzig genug um auf seine Existenz hinzuweisen.
    Richter 2: Dieser letzte Bewerber ist ein gut balanciertes Chili, weder zu mild noch zu scharf. Bedauerlich
    nur, daß das meiste davon verloren ging, als Richter Nr. 3 ohnmächtig vom Stuhl fiel und dabei den Topf über sich ausleerte. Bin mir nicht sicher, ob er durchkommt. Armer Kerl; ich frage mich, wie er auf ein richtig scharfes Chili reagiert hätte.

    Der Autor ist nicht bekannt.

  14. Ein Doerrautomat eignet sich auch super gut, um Trockenfleisch herzustellen.
    Um chillis zu zerkleinern nutze ich meist einen Mixer, man muss nur drauf achten, dass sie wirklich sehr trocken sind, und kein Wasser ziehen.

  15. Insgesamt wieder ein spannende und tolle Folge CRE.
    Ich persönlich hätte es spannend gefunden etwas mehr zum Kreuzen und Züchten von Sorten zu erfahren. Dafür fand ich die Verkostung der Chillis eher so mittel spannend :-)

    • Das Geschlechterverhältnis sollte keine Rolle spielen, sondern allein die Relevanz der Themen, und die Themen sind im CRE-Podcast sehr gut gewählt. Oder sollen jetzt Frauen hier übervorteilt und mit künstlicher Quote rein geholt werden, nur weil es Frauen sind? Das betont die Unterschiede zwischen den Geschlechtern doch erst recht.

      Übrigens könnte ich mir auch eine Sendung zum Thema Senf sehr spannend vorstellen. Oder über Selbstversorgergärten/Krisenvorsorge. Wo Tim doch den evtl. bevorstehenden nuklearen Holocaust und Selbstversorgung so halb scherzhaft am Ende der Sendung schon erwöhnt hat.

  16. Aus Chilis kann man übrigens hervorragend Hot Sauce per Fermentation (hier: Milchsäuregärung wie beim Sauerkraut) machen. Ich habe dieses Jahr mehrere Sorten Sauce produziert. Dazu einfach Chilis mit oder ohne Stengel, etwas kleinschneiden. In ein sauberes Drahtbügelglas (gute Qualität, wie Fido, nicht die billigen von IKEA) geben und etwas zusammen drücken. Mit 1,5%iger Salzlauge (15g Meersalz ohne Rieselhilfe und Extra-Jod auf 1 Liter klares Wasser) auffüllen, so dass alles bedeckt ist und keine Luftblasen vorhanden sind. Einen kleinen Gefrierbeutel mit der Lauge füllen, auf die Chilis geben, so dass keine Chili oben rausguckt (Milchsäuregärung ist ein anaerober Prozess). Es sollten noch etwa 1,5-2cm frei bleiben oben im Glas. Deckel zu, auf einen Teller oder Schale setzt, falls was überläuft. Das Glas am besten dunkel stellen, bei Zimmertemperatur. Nach ca 24h sollten Gasbläschen zu sehen sein, man kann ggf. vorsichtig entlüften (Deckel sehr vorsichtig und langsam öffnen), sollte aber nicht nötig sein. Bei Überdruck entlüftet das Glas auch selbst.
    Nach ein paar Tagen ist die Hauptgärung durch, nach 2-4 Wochen auch die Nachgärung. Man kann aber auch länger reifen lassen.

    Anschließend die Chilis abgießen (Lauge aufheben), pürieren und ggf. durch ein Sieb streichen (entfernt harte Schalen- und Kernreste). Soviel Lauge wie nötig zugeben damit die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Abfüllen, im Kühlschrank mindestens 12 Monate haltbar. Vor Gebrauch immer schütteln, da hier kein Verdickungsmittel zugesetzt ist.

    Ich koche meine Saucen auf und fülle sie heiß ab, dann müssen sie auch nicht in den Kühlschrank. Die Milchsäurebakterien sind dann zwar tot, aber Hot Sauce isst man ja nicht wegen der gesundheitlichen Vorteile von milchsauer vergorenem Gemüse, da empfehle ich frisches Sauerkraut oder Salzgurken vom Wochenmarkt.

    Man kann auch Zwiebeln, Knoblauch, Trockenobst und Gewürze (einschließlich Kaffeebohnen) mitfermentieren. Bei zuckerhaltigen Produkten gibt es allerdings eine sehr starke Gasentwicklung, also aufpassen und entlüften.

    Mehr Infos gibts bei reddit.com/r/fermentation

  17. Was ich noch zum Chili sagen wollte: Bohnen gehen sehr wohl, es sei dann man ist Texaner :D Kaffee hab ich noch nicht versucht, werde ich aber demnächst tun. Für Kakao nehme ich eine gute Schokolade mit 80-85% Kakao. Und etwas Bier macht sich sehr gut, am besten ein dunkles Bier aus dem süddeutschen Raum.

  18. Eine schöne Aufgabe, bei der ich Mal wieder etwas lernen konnte.

    In der finnischen Stadt Tampere findet jedes Jahr das Chilifest mit der Weltmeisterschaft im Chili-Essen (Naga Morich mit 1.000.000-1.600.000 Scoville) statt. Wer glaubt, man könne solche Chilis nicht essen, wird dort eines besseren belehrt (für den Notfall stehen aber immer Sanitäter bereit). ;) Ich gehe immer wieder gerne hin, um alle möglichen Speisen und Getränke mit Chili zu probieren. Finnischkenntnisse sind allerdings zu empfehlen, da schon die Webseite nur auf Finnisch verfügbar ist.

    http://www.chilifest.fi :)

  19. hallo,
    ich habe mich von der chilisdg zum chilianbau inspirieren lassen, so wie von der brotsdg zum (wieder) brotbacken. ich würde wirklich gerne eine sdg von ihnen über das fermentieren hören, was insbesondere wenn man sich von plastifiziertem essen entfernen möchte, ein thema ist, an dem man nicht vorbeikommt.
    und ein weiteres thema, das mir am herzen liegt, wären insekten, insektensterben, insektenretten. und damit verbunden, ist der planet noch zu retten? nur so als idee…
    danke für ihre sdgn
    kai

  20. Marco Polo brachte ja Chilis aus Asien mit.

    Da Marco Polo lange vor Christoph Kolumbus lebte, sind die Chilis wohl doch nicht durch Kolumbus nach Asien gekommen.

    • Dafür wirst du keine Quelle nennen können, weil es nicht stimmt.
      Soweit ich weiß hat man vor Kolumbus in Asien, speziell China, die Schärfe alleine durch verschiedene Pfeffer Sorten erreicht, vor allem Sichuan Pfeffer.
      Die Chilis wurden relativ spät erst in die chinesische/asiatische Küche integriert und haben ihren Weg über die portugisischen Kolonien in Indien nach Asien gefunden (16. Jhd.).

  21. Dafür wirst du keine Quelle angeben können, weil es nicht stimmt. Pepper brachte er mit und keine pepper chilis, deine Annahme rührt vielleicht von der verwirrenden Bezeichnung für chilis und Pfeffer im Englischen. Jedenfalls wurde vor dem 16. Jhd. Asien nicht mit chilis gewürzt, weil es noch keine gab. Die Schärfe in der chinesischen Küchen wurde ausschließlich durch verschiedene Pfeffer Arten erzeugt, insbesondere durch Sichuan Pfeffer.

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