CRE133 Piraten

Über das Wesen, Unwesen und das soziale Gewissen der Freibeuter der Meere

Episode image forCRE133 Piraten All reden darüber, wir tun es auch: Piraten. Im Gespräch mit Tim Pritlove bietet Hobby-Piratenforscher Roland Gratzer Einblicke in seine Erkenntnisse des internationalen Piratentums, das erstaunliche Beiträge zu sozialgesellschaftlichen Entwürfen geleistet hat.

Themen: Mythos und Kindertraum Pirat; Beginn der Seefahrt und der Piraterie in der Antike; Ausstattung von Piratenschiffen; Klaus Störtebeker und die Hanse; die Neue Welt und das Goldene Zeitalter der Piraten; Piratenfrauen und die Frauen der Piraten; Lebensgemeinschaften unter Piraten; die Piraten, die Popkultur und Hollywood; Piraterie heute; Schifffahrts-Esperanto; Rassismus; Künstler und die Narrenfreiheit.

Dauer: 1:21:32

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50 Gedanken zu „CRE133 Piraten

  1. Sehr geniale Episode! Das Verhältnis von Geschichte und Kultur fand ich ganz gut. Roland kam mir auch sehr kompetent vor.
    Die Episode könnte gut meine Lieblingsepisode werden.

    Weiter so und mach doch ab und zu mal wieder so eine Geschichtsgestützte Folge.

  2. Qualität UND Quantität! Danke!

    Von wegen Piraten und Papageien (The Straight Dope)
    Seafarers in the tropics commonly brought home exotic fauna as souvenirs. Parrots were particularly popular because they were colorful, could be taught to speak, and were easier to care for than, say, monkeys. (Read: they crapped everywhere but at least wouldn’t throw it at you.) They also fetched a good price back in London.

  3. schöne folge…. bin schon durch mit hören.

    ich habe tatsächlich in der letzten zeit oft assoziative fehlleistungen gehabt, wenn ich zeitung gelesen habe…

    … aber was ich mit am erstaunlichsten fand, ist dass die realität so gut mit den romatischen/popkulturellen vorstellungen überein gestimmt hat/(haben soll).

    auf jeden mal nett zu hören.

  4. was die Amputationsverletzungen zu Zeiten der industriellen Revolution angeht:

    Lederriemen

    Eine zentrale Dampfmaschine trieb über Wellen und hunderte von Lederriemen jeden einzelnen Arbeitsplatz an. Ein falscher Schritt, ein Stoplern genügte also um irgendeine Gliedmasse abgesäbelt zu bekommen. Reissende und abspringende Riemen erwischten dann auch noch den Vorsichtigsten.

    Dagegen ist ein Schiffsdeck wärend des Enterns ein verhältnissmässig harmloser Ort, isnbesondere wenn man selber einen Säbel hat, und darüber hinaus berufsgenossenschaftlich Kranken- und Unfallversichert ist.

  5. Hallo Tim!

    Vielen Dank für deine hervorragende Arbeit – Ganz großes Kino. Diese CRE Folge ist mal wieder große Klasse – informativ und humorvoll. Bitte mach noch ganz lange weiter so.

  6. Ich dachte schon, dies würde wieder was mit Piratenparteien zu tun haben, ein Blick auf die Links zeigte erfreulicherweise schnell, dass es um richtige Piraten geht. Die Sendung selbst war eher eher historisch orientiert. Ihr habt ja die Piraten recht verklärt. :) Vor Jahren gab es bei Arte mal eine Sendung zur Gegenwartspiraterie in der Reihe “Mit offenen Karten”, ein dort wöchentlich erscheinendes, sehr empfehlenswertes, jeweils 10-minütiges geopolitisches Magazin, das ich leider schon viel zu lange nicht gesehen habe, welche sehr interessant war. Deren Webseite ist leider ziemlich missraten, und diese Ausgabe scheint auch nur auf Französisch dort dokumentiert zu sein, hier dennoch mal der Link: http://www.arte.tv/fr/Comprendre-le-monde/le-dessous-des-cartes/392,CmC=548134.html

  7. Ahoy Freibeuter-Interessierte,

    auch von mir vielen Dank fuer diese spannende CRE-Folge zu einem aktuellen Thema und wie Tim es schrieb, von einer anderen Seite betrachtet.

    Was ich thematisch vermisst (oder ueberhoert?) habe: Jolly Roger – die bekannte Piratenflagge. Der Wikipedia-Artikel (http://de.wikipedia.org/wiki/Jolly_Roger) erklaert ja eigentlich alles, aber das Thema Flaggen ist sicherlich noch umfangreicher.

  8. Pingback: CRE133 Piraten at Chaosradio Blog

  9. “Pirates of the Carribean” hat mir auch sehr gefallen, weil es den Monkey-Island-Spielen sehr ähnelte. Aber das liegt natürlich daran, dass beide auf dem gleichnamigen Theme Park Ride in Disneyland basieren. (z.B. der Hund mit den Gefängnisschlüsseln, etc.)

    http://en.wikipedia.org/wiki/Pirates_of_the_Caribbean_(theme_park_ride)

    Eine weitere Inspiration für Ron Gilbert war nach eigener Aussage der Roman “On Stranger Tides” von Tim Powers.
    http://en.wikipedia.org/wiki/On_Stranger_Tides

  10. Gute Sendung und im ersten Moment dachte wohl jeder an die Partei :). Das “fast endschuldigen” für die vorlieben von “Fluch der Karibik 2 und 3” finde ich auch mehr als angebracht :).

  11. Hallo,
    das war ‘ne dolle Folge, Gratulation (:
    Ich hatte mich erst vor kurzem mal wieder etwas mehr mit Piraten beschäftigt (im von dir ausgelassenen Bereich der “Spielekultur” ;)
    und so kam das recht passend.

    Es gab einige Dinge die ich vermisste, aber das liegt wohl auch der enormen Vielschichtigkeit des Themas; man kann es wohl aus ganz, ganz vielen (wissenschaftlichen) Perspektiven betrachten.
    Gelungen fand ich, dass die Betrachtungsweise von Piraterie als sozialem Phänomen (statt einer geschichtlichen Besonderheit im “goldenen Zeitalter”) näher gebracht wurde – auch durch die Projektion auf die zeitgenössische Manifestation, die jetzt wieder etwas mehr Aufmerksamkeit erlangt hat.

    Bei der Verarbeitung des Piratenstoffes denke ich meist an das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schatzinsel Das ist denke ich ein Klassiker der es – stellvertretend – wert gewesen wäre, erwähnt zu werden.

    Aber selbst wenn mir einige Sachen gefehlt haben, habt ihr mir doch den Impuls gegeben mich noch mal selbst damit zu befassen und ich finde, das ist ein gutes Ergebnis.
    Gut gemacht.

  12. Ging es nur mir so, oder hattet ihr auch bei den Beschreibungen die ganze Zeit Bilder von wuseligen Inseln vom Spiel “Anno 1602” im Kopf?

  13. jeden abend ein cre… daran könnte ich mich gewöhnen :)
    dank an tim & ich wäre dafür, dass du deine ewige themenliste mal im wiki veröffentlichst und zur diskussion stellst.
    vllt findet sich dadurch noch der ein oder andere gesprächspartner mehr :)

  14. Hi,
    ich muss sagen, CRE ist echt ne Klasse Sache, weiter so.
    In einer Deiner ersten Folgen hast Du mal was von ner NErd-Kochsendung gesagt. Also wenn Du Lust hast das mal in die Tat umzusetzen bin ich dabei.

    Oder auch wenn Du nur mal Lust aufn Schnack und n Bierchen(Kaffe, Tee oder ähnliches) hast.

    Machst Du eigentlich noch mal ne Folge über Dein Studioequipment?

  15. Zum Thema erster Fernhandel/Seehandel und frühe Schiffahrt:
    Meines Wissens ist das viel früher als die Phönizier anzusetzen.
    Schon in Neolithischen Zeiten sind Rohmaterialien über große Distanzen getauscht worden (wieweit man das als “Handel” bezeichnen will ist eine andere Frage).

    Was Hochkulturen mit Schifffahrt angeht, muss man jedenfalls auf die Sumerer und Babylonier hinweisen. Die Schrift war ja quasi ein praktisches Nebenprodukt damit sie ihren Handel organisieren konnten. ;)

  16. Die Augenklappe hat man aber hauptsächlich aus einen anderen Grund gehabt. Denn die Arbeit mit einen Jakobskreutz, oder wie der Vorgänger eines Sextanten heißt, führt dazu dass man das Auge schädigt. Denn man blickt immer direkt gegen die Sonne. Ein so geschädigtes Auge ist so weit ich weiß so gereizt, dass man es am besten mit einer Augenklappe vor jedem Licht verbirgt. Man erblindet dann wohl auch auf dem Auge.

  17. @panzi: Das ist wohl so. Wird ein Auge zu lange abgedeckt, degeneriert nach und nach die Retina. Allerdings ist schon das mehr oder minder direkte Hineinblicken in die Sonne genug Schädigung für das Auge, und neben der juckenden Bindehautentzündung wird der Seemann auch mit einer erheblichen Zerstörung der Netzhaut zu kämpfen gehabt haben.
    Finde ich aber auch interessant den Zusammenhang, hab ich doch auch immer gedacht die Klappe wäre wie der Hacken am Arm Überbleibsel von heroischen Kämpfen ;)

  18. Feiner Podcast, und als nicht ganz so technisches Thema auch gut geeignet zum vor-dem-einschlafen-im-Bett-hören. Und obwohl es vor dem Einschlafen war, sind mir auch noch ein paar Anmerkungen eingefallen:

    Man merkt, dass Rolands Hauptinteresse beim “Goldenen Zeitalter der Piraterie” liegt. Ist auch kein Problem, aber die Dinge zu anderen Zeiten wurden zum Teil nur sehr knapp/gar nicht gestreift:

    * Antike: Pompeius wurde ja erwähnt, wichtig ist, dass der von ihm geleitete Feldzug der Römer gegen die Piraten die Piraterie im Mittelmeer wohl bis in die Spätantike nachhaltig reduziert hat.

    * Die Wikinger als prototypische europäische Seeräuber kamen seltsamerweise mit keinem Wort vor.

    * Während des Goldenen Zeitalters fand ich den Krankenversicherung, Demokratie, etc.-Teil ein wenig stark utopisch. Was ziemlich sicher stimmt, ist, dass es regulären Seeleuten eher schlechter als besser als den Piraten ging – Kielholen, Auspeitschen, an den Mast nageln und ähnliches gab es aber wohl überall, auch bei den Piraten. Und auch der Kapitän war nicht immer ein “Erster unter Gleichen”: auf der “Whydah”, einem gesunkenen Piratenschiff, barg man im Heck bei den Offizierskabinen Manschetten und Gürtelschnallen aus Silber. Mittschiffs bei der Mannschaft gab es dagegen nur Zinn-Objekte. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,627463,00.html

    * Auch nach dem Goldenen Zeitalter war es mit den Piraten keineswegs vorbei: Die Barbareskenstaaten betrieben sie an der Westküste Nordafrikas waren bis Ende des 19. Jahrhunderts. Interesant in diesem Kontext: Der erste ausser-amerikanische Einsatz der US-Marine war der Amerikanisch-Tripolitanischer Krieg gegen die Barbareskenstaaten; die Hymne der US Marines nimmt darauf mit “to the Shores of Tripoli” Bezug.

    * Zur aktuellen Piraterie-Situation vor Somalia hat Wired eine sehr interessanten Beitrag gemacht: http://www.wired.com/politics/security/magazine/17-07/ff_somali_pirates

    * Ein neben dem Papagei interessantes Thema der Rezeption ist auch die Piratenflagge – die Jolly Roger ist wohl nur eher selten verwendet worden.

    * Bei Tims Links hat mir WP: Piraterie gefehlt, der Artikel ist ziemlich brauchbar.

    nd

  19. @Tim: Stimmt, das hat man davon, wenn man WP: Geschichte der Piraterie im Browserfenster offen hat, und dann nurmal schnell auf den “Piraterie”-Link klickt.

    nd

  20. Interessante Sendung.

    Hätte aber auch gerne noch was über die aktuelle Situation erfahren. Was passiert da heutzutage in den Meeren?

    Gerne mehr Geschichte und untechnische Themen!

  21. Pingback: Podcast über Piraten – campino2k - das Blog von Christian Jung über Design, Web, digitales Leben, Linux, Open Source, Fotografie und den Rest des Lebens

  22. Erstmal auch von mir ein Lob.
    Als ich am Anfang das Wort Piraten gehört habe, habe ich gehofft das du, Tim, in Frankfurt zu Gast bist und dich mit Nadja Rakowitz unterhälst.
    Diese hat sich durch ihr Seminar “Wilderer, Räuber und andere soziale Rebellen” an der Uni Frankfurt auch viel mit Piraten beschäftigt und wäre sicher auch eine interessante Gesprächspartnerin (vlt. sogar für die Zukunft?). Wem das Thema liegt und in der Nähe wohnt, dem empfehle ich anfang des nächsten Semesters ein wenig die Augen offen zu halten. Eventuell bietet sie nochmals einen Kurs an.
    Grüße aus Frankfurt
    Hansi

  23. Klasse Sendung!

    Zu Augenklappe und Papagei wurde oben ja schon alles gesagt, aber ich habe noch zwei Links zur Ökonomie der Piraterie vor und in Somalia:

    http://www.npr.org/blogs/money/2009/04/pirates_have_timesheets.html

    http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=103657301

    Es ist auch nur ganz normaler Kapitalismus, der Investor kriegt den größten Batzen und der kleine Pirat mit der AK47 muss sehen, dass er seine Überstunden korrekt abgerechnet kriegt. ;-)

  24. Sehr unterhaltsame Episode, besten Dank! :)

    Was fehlte: Der oben erwähnte Roman “Die Schatzinsel” von Robert Louis Stevenson und die Hauptfigur des Long John Silver hat das “popkulturelle Bild” vom Piraten maßgeblich geprägt. Auf dieses Buch geht auch die “Ein Pirat hat nen Papagei auf der Schulter”-Sache zurück, weil Long John Silver stets einen auf der Schulter sitzen hat. Wer das Buch mal liest findet die Elemente daraus in allen Piratenfilmen wieder.

  25. hi,

    heißer tip:

    “Blackbeard – Der wahre Fluch der Karibik”

    konnte kaum glauben, dass dieser film in der sendung nicht genannt wurde. wirklich zu empfehlen.

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