CRE218 Diamanten

Kultur und Physik des härtesten Materials der Welt

Episode image forCRE218 Diamanten Diamanten faszinieren die Menschen und seit einem Jahrhundert symbolisieren sie Luxus und Perfektion wie kein anderes Material. Nachdem Diamanten zunächst nur aus der Erde gegraben wurden können Diamanten mit technischen Verfahren in sogar besserer Form hergestellt werden und spielen in Forschung und Industrie eine wichtige Rolle. Ich spreche mit Physiker und und Podcaster Reinhard Remfort über seinen persönlichen Weg zum Thema und über die Physik, Struktur, Eigenschaften und Anwendungen, die Diamanten heute ermöglichen und in Zukunft noch ermöglichen könnten.
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Shownotes:

22 Gedanken zu „CRE218 Diamanten

  1. »Nein, dadurch wird man nicht reich!«
    […]
    »Unter den Schmucksteinen sind sicherlich einige synthetische Diamanten, die als ›natürlich gewachsene‹ verkauft werden. Weil die Verlockung einfach zu groß ist.«

    Ahhhjaaa.

    Schöne Folge, sehr angenehm zu hören.

  2. …und dann taucht in der aktuellen Folge von Welt der Physik eine Erwähnung eines Papers auf, dass Diamant in einem Versuch doch doziler war als erwartet. Nen Link auf Details haben die Macher von dem Podcast aber irgendwie nicht für nötig erachtet. Das passt nur gerade so gut zum Thema hier, dass ich mir die Erwähnung nicht verkneifen wollte. Stellt sich also heraus, dass auch bei den genauen Eigenschaften von Diamant noch Überraschungen lauern,

  3. kleine grammatikalische Anmerkung:

    Wenn der Gast vom Werkstoff Diamant redet, dann klingt es zwar oft gewöhnungsbedürftig, ist aber noch korrekt. Sobald ihr aber von den Steinen redet, enden die Worte in den meisten Fällen auf -en, also des Diamanten, dem Diamanten, den Diamanten. Siehe auch:

    http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-kasus-verschwindibus-a-372005.html

    Ich bekomme da leider immer Ohrenschmerzen, obwohl ich Physiker und nicht Deutschlehrer bin.

  4. Supertolle Folge! Ich habe das Gefühl, es wurde mehr geflucht und vulgär gesprochen wie sonst – da hat sich Tim Reinhardt im Laufe des Gesprächs angepasst ;)

    Und danke, dass ich durch Minkorrekt-bingen mich am Anfang voll wie ein Experte anfühlen durfte, weil ich das alles irgendwie schon mal gehört habe :D

    Warum kann man auf einem Substrat keinen größeren Diamanten wachsen lassen? Kann der da nicht etwas von “abstehen”?

    Wenn ein >100W Laser so einen Diamanten fräst, aber die meiste Energie durch den Diamanten hindurch geht, wer repariert das Loch am anderen Ende des Labors? m)

    • Einen größeren Diamanten wachsen ist schwierig, da sich am Rand des Substrates auf Grund anderer elektromagnetischer Felder im Plasma andere Wachstumsbedingungen bilden und der Rand daher immer polykristallin wird…muss also nach gewisser Zeit weggeschnitten werden. Der gewachsene Diamant ist daher von der Grundfläche her immer kleiner als das Substrat. Es gibt versuche den Diamantkristall erst hoch zu wachsen, dann die durchzuschneiden und dann um 90 Grad zu drehen und weiter zu wachsen. Das hat bisher aber nicht besonders gut geklappt, da sich beim Wachstum immer wieder Fehlstellen einschleichen und der Diamant dann nicht sauber weiter wachsen kann.

      Zum Thema schneiden mit dem Laser: Der Laser ist dabei auf die stelle fokussiert an der der Stein geschnitten werden soll…selbst wenn ein Großteil durch den Stein geht ist er dort nicht mehr fokussiert und macht deshalb auch kein Loch in die Wand dahinter ;)

  5. Super Sendung ! … haette mein Prof. uns die atomaren Zusammenhaenge so erklaert, haette ich sie wohl damals verstanden, werde die Folge mir nochmal zu Gemuete fuehren :-)

    Vielen Dank dafuer :-)

    dr.ring-ding

  6. Auch cool: am Anfang “Diamanten werden etwas alltägliches, diese ganze Wert-Geschichte spielt keine Rolle mehr”

    Später: “Man muss zum richtigen Zeitpunkt an der Mülltonne stehen”
    :D

    eine sehr tolle Folge, war sehr interessante! Danke euch beiden :-)

  7. Sehr interessante Folge!
    Reinhard hatte kurz erwähnt, dass es für die Entwicklung einer Presse, die den nötigen Druck zur Diamantherstellung erzeugen kann, einen Nobelpreis gab.
    Das interessiert mich. Wo kann ich etwas darüber erfahren? Wonach muss ich suchen?

  8. Remfort und Pritlove im selben Podcast – das ist ja wie Weihnachten, Geburtstag und Neujahr am selben Tag. Großes Kino!

    Die größte Frage die für mich offen blieb ist, wie sichergestellt wird/werden soll, daß industriell gefertigte Steine nicht in die Schmuckindustrie eindiffundieren. Das erfordert ja die Mitarbeit einer langen Kette von Beteiligten, von denen nicht jeder Interesse hat mitzuspielen.

    Und ja, Infos zu dieser Presse hätte ich auch spannend gefunden. Waren ja eh nur schlappe 3 Stunden, da wäre schon noch was gegangen :-)

    • Sicherstellen kann man das nicht. :) Ich bin fest davon überzeugt, dass sich solche “künstlichen” Diamanten unter den “echten” Schmuckdiamanten befinden….es gehört halt nur ein klein wenig kriminelle Energie dazu ein paar Zertifikate zu fälschen. Und Signaturen (in Form von charakteristischen Verunreinigungen) in den Steinen bekommt auch hin…etwas gezielt dreckiger zu machen ist ja kein Problem wenn man es auch in sehr sauber kann.

      Infos zu dem Nobelpreis mit den Pressen findest du hier:

      https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/physics/laureates/1946/

      • Super, danke!
        Vielleicht gibt es ja in ein paar Monaten auch noch ein Update, ob sich ein solcher Splitter in Sontkas Ring verirrt hat :-)

  9. Die Folge war super interesant und unterhaltsam.
    So macht Wissenschaft Spaß
    Bei so manchem Dialog kam ich aus dem schmunzeln nicht mehr raus.
    Den Podcast von Reinhard hab ich gleich abonniert.
    Weiter so !1

  10. Sehr interessante Folge und spannendes Thema, vielen Dank dafür!

    Beim Hören ist mir noch folgende Frage gekommen:
    Reinhard berichtet, dass bei der chemischen Gasphasenabscheidung im Reaktionsraum zunächst aufwendig ein Hochvakuum erzeugt werden muss (10^-9 mbar), um danach den Raum mit einem Methan-Wasserstoffgemisch zu fluten. Die Reaktionen finden dann bei einem Unterdruck von 200 mbar statt.
    Wozu wird denn dann überhaupt das Hochvakuum erzeugt? Könnte man nicht einfach die normale Atmosphäre durch ausreichendes Fluten des Reaktionsraums mit genügend Methan-Wasserstoff verdrängen und dann den Unterdruck von 200 mbar ziehen? Damit wären doch die gleichen Voraussetzungen für das Zünden des Plasmas geschaffen wie mit dem berichteten Verfahren, oder?

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