CRE210 Die Jagd

Über die Gestaltung von Lebensraum und dem Leben in und mit der Natur

Episode image forCRE210 Die Jagd Kaum ein Beruf ist so nah an der Natur wie der des Jägers und die Jagd lässt sich bis in den evolutionären Ursprung des Homo sapiens zurückverfolgen. Die Jagd hat dem Menschen erst die Entwicklung zum heutigen Menschen ermöglicht und war und ist auch die Basis für den Aufbau und Betrieb der Landwirtschaft. Sie brachte auch die Evolution des Hundes und dessen Symbiose mit dem Menschen hervor. Heute wird die Bedeutung der Jagd nur selten gesehen und spielt sich jenseits der Öffentlichkeit ab.

Ich spreche mit Jäger und Podcaster Jochen Schumacher über Geschichte, Ausbildung, Ausübung und Bedeutung der Jagd, über das schwierige Verhältnis der modernen Gesellschaft zum Jägertum und vor allem was man persönlich aus der intensiven Begegnung mit der Natur für sich und das Leben lernen kann.

Dauer: 3:11:33

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avatar Jochen Schumacher
Shownotes:

66 Gedanken zu „CRE210 Die Jagd

  1. Beim Download wird mir eine Download-Zeit von über einer Stunde angezeigt. Sowas ist mir bei den metaebene-Podcasts in letzter Zeit ab und zu mal vorgekommen. Ist da mit den Servern irgendwas nicht in Ordnung?

  2. Jo, der Tim ist für Überraschungen echt gut. Auch wenn Dir das sicher eine MengeSpass macht hat .vielen vielen Dank für deine Arbeit.

  3. “Jedes Silberfischchen ist ja nichts anderes als die Wildnis, die wieder anklopft und zurückfordert” (bei 1:04:40)

    Eine feine poetische Formulierung von Jochen! Schön.

  4. Moin Herr Jochen,

    was hältst Du vom Zufüttern von Wildttieren im Winter (Silage, Zuckerrüben, Heu etc., die/das im Wald ausgelegt wird/werden) bzw. was hältst Du vom Anlegen von Kohlfeldern usw. am Rande von Jagdrevieren?

    Wie siehst Du das mit dem Kupieren diverser Jagdhunderasse (Deutsch Draht/Stichel/Kurzhaar, Korthals-Griffon etc.)?

    Bist Du Befürworter von Luchsen und Wölfen?

    Danke!

    • Guten Morgen,

      drei Fragen, die ich nur mit einem entschiedenen “Kommt darauf an” beantworten kann.

      Fütterungen: Einen Überblick bietet die TVT Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. in dem Papier “Fütterung von Schalenwild aus Sicht des Tierschutzes” http://www.tierschutz-tvt.de/fileadmin/tvtdownloads/merkblatt77_2012.pdf

      Das ist aber schon für eine Wildart ein hochkomplexes Thema. Man unterscheidet z.B. Fütterung, Ablenkfütterung zur Vermeidung von Wildschäden, Fütterung in Notzeiten, Kirrung (Anlockfütterung).

      Optimal finde ich Massnahmen, die Nahrung und Lebensraum, am besten mehrjährig bereitstellen. z. B. http://lebensraum-brache.de/biogas-aus-wildpflanzen/vorteile-mehrjaehriger-wildpflanzenmischungen/ . Es fehlen Insekten, insbesondere große, damit Vögel ihr Küken in den ersten Wochen aufziehen können.

      Wir leben in nahezu 100% Kulturlandschaft und ich bin der Ansicht, dass aus der Nutzung der Natur die moralische Verpflichtung zur Fürsorge entsteht.

      Sachkundige, feinfühlige und artgerechte Fütterung ist ein wichtiges Instrument zur Erhaltung und Steuerung von Wildtieren.

      Kupieren. Lesestoff: http://www.djz.de/r30/vc_content/bilder/firma447/Archiv_2010/jagdhunde_kupieren_djz_0911.pdf
      Meine Labrador-Hündin hat sich bei der Arbeit in Dickungen (Brombeere, Schwarzdorn, etc) schon mehrfach die Rute blutig verletzt. Das führte zu einer unsachgemäßen “Lackierung” meiner Wohnung inkl. Mobiliar bis auf Lichtschalter-Höhe. Durch das ständige wieder anschlagen der Verwundung an Kanten heilt eine solche Verwundung deutlich langsamer. Dennoch würde ich Hund dieser Rasse nie kupieren.
      Ich habe schon Spaniel gesehen, die sich die Rute beidseitig vor den eigenen Körper schlagen. Blutet die Rute sehen sie aus, wie in Blut gebadet. Brüche der Rute wurden mir auch schon berichtet.
      Ein Freund führt einen nicht kupierten Magyar-Vizsla in Drahthaar. der hat überaus kraftvolle Rutenbewegung, insbesondere bei der Arbeit. Eines Tages hat er sich eine Fraktur der Rute zugezogen. Das heilt extrem schlecht, schon weil die Rute nicht ruhig zu stellen ist.
      Bei diesen Rassen, insbesondere, wenn sie jagdlich geführt werden, ist das Kupieren der kleinere Teil des Übels. Gerade wegen des Tierschutzes. Eben wieder so eine Abwägung.

      Luchse und Wölfe? Ich finde alle Pflanzen, Tiere und Insekten toll. Weil ich es besser nicht schreiben kann, der Artikel meines Freundes Manfred Nolting.
      http://www.ein-jagdmensch.com/der-wolf-der-verlorene-sohn/

  5. Nur als Anmerkung zum Einführungstext:
    In der Biologie wird der Gattungsname (Homo) immer mit großen Anfangsbuchstaben geschrieben, der Artname (sapiens) wird immer klein geschrieben, sogar am Satzanfang. Das Druckbild sollte kursiv sein.↓

    P.S.: Danke für die vielen neuen Folgen CRE!!!!

    ↑Council of Science Editors / Style Manual Committee: Scientific style and format. The CSE manual for authors, editors, and publishers. 7. Auflage. The Council, Reston (VA) 2006. S. 345.

        • Danke, Philipp. Das Journis (Blogger und Podcast-Textschreiber eindeutig eingeschlossen) das bei Viehchzeugs und Pflänzchen immer und immer wieder falsch machen geht mir SEHR auf den Zeiger.

          Besonders ungeil ist es, wenn Print-Medien dann argumentieren, kursiv setzen würde den Textfluß stören. Völlig absurd wird’s, wenn sie das dann auch für die online-Version oder online-only nicht berücksichtigen.

          Grüße ins ZFMK, vor allem an die historische Grundgesetz-Giraffe. :)

          (Hey, Tim, mach doch mal was zu Forschungsmuseen. Ich organisier dir einen Gesprächspartner, wenn du willst. ^_^)

  6. Vielen Dank für diese Episode! Wieder 3+ Stunden!

    Aber schade, ich bin enttäuscht – empfinde diese Episode als eine der strukturlosesten. Ob es an dem geringen thematischen Grundwissen von Tim lag, dass die Führung durch das Thema irgendwie nicht so richtig erfolgte? Es war eher ein Wabern als das eigentlich immer so tolle Mäandern durch die Episoden. Exemplarisch ist der “Exkurs” vom Wildfleischhandel über Tuberkulose hin zu Trichinen innerhalb von ca.10 Minuten. Mir fehlten die CRE-Momente, die in denen Tim sagt: “Warte warte warte, lass uns das noch mal kurz zusammenfassen …”

    Es gab drei Momente, in denen ich dachte: “Ah, jetzt kommen wir in bewährte CRE-Strukturen”
    1. die Aufzählung der Bereiche für die Jagdprüfung – hier vermutete ich ein kurzes Beleuchten der Einzelpunkte
    2. die Waffenwirkung (nur Büchse wurde ganz kurz beschrieben) – klar es gibt ja die Pavelfolge :)
    3. die unterschiedlichen Jagdarten
    Keiner der Momente erfüllte sich für mich.

    Letzter Punkt für mich ist das fehlende Nachhaken bei unbekannten Begriffen, wenn dies mal von Jochen hochkompetent erfolgte, war das ursprüngliche Thema komplett weg.
    Um die Metapher aufzunehmen – die Anzahl der geöffneten Klammern wurde nie effektiv verringert.

    Was mir sehr gefiel waren die ständige Reflektion des Jägerseins, die Gschichte, die gesellschaftlichen Bedeutung und die Darlegungen zur Verantwortung.

    TL;DR Hochinteressantes Gebiet, sehr kompetenter Gesprächspartner, mehr Gesprächsführung wäre besser gewesen.

    Danke Tim! Danke Jochen!

    • Sehe ich ähnlich. Zusammen mit „CRE157 Fernsehen“ eine der lowlights mir ähnlichem Symptom:
      Der eine spricht begeistert von seinem Hobby über ‘facts based on opinion’ während der andere gebannt lauscht.

      Und auch wie bei CRE157 teils abenteuerliche, nahe an der Verschwörungstheorie gebaute Argumentationen.
      Gerade beim Thema der gesellschaftliche Wahrnehmung. Ich bin mir nicht sicher, ob man da zwingend mit „toten Kindern“ argumentieren muss, um die Wahrnehmung auf das Niveau von „Ahnungslosigkeit“ zu stufen.
      Warum man beim Format CRE, wo ihr 5 Stunden und mehr plauschen könnt, genau diesen Aspekt gleich mit „ich vereinfach das jetzt mal“ einleitet, verstehe ich auch nicht.
      Genau an den Stellen, wo es nicht um die Funktionsweise eines Gewehrs geht, hätte ich mir schon ausführliche und reflektiertere Gedanken gewünscht.
      So bleibt halt ein CRE, in dem einer leicht unstrukturiert über sein Hobby erzählt. Schade.

    • Sicherlich gab es Stellen, wo es nicht immer komplett strukturiert rüberkam, aber es war IMHO nicht im roten Bereich. Man muss immer abwägen zwischen Flow und Struktur und ich fand den Flow in den jeweiligen Momenten wichtiger. Man kann ein Gespräch durch zu viel Strukturwillen auch schnell kaputt kriegen. Abwägungssache und nicht immer klappt alles.

    • Problematisch empfand ich eher das Fachvokabular. Warum nicht einfach Blutspur/Fährte statt Schweiß sagen?
      Sonst kommt man schnell von einer Begriffserklärung zur nächsten.

  7. Ein sehr eindrucksvoller CRE. Tolle Episode, Danke Tim und noch viel mehr Dank an Jochen.

    Allerdings eine Kleinigkeit störte mich, als Mediziner, es ist ein Zwerchfell, kein Zwergfell. :-)

  8. nach allen Ausfuehrungen zur Problematik mit Kugel-Munition fuehle ich mich bestaetigt die Bogenjagd unter Auflagen freizugeben. Jagdspitzen vereinen Tierschutz und Umweltschutz da toedlich und bleifrei

    • Tödlich und bleifrei? Nun, da sollten Sie sich vielleicht mal genauer mit den Details der Bogenjagd befassen – sowohl technisch/geschichtlich als auch zielballistisch – da sind ganz nette Vergleiche zwischen Feuerwaffenprojektilen und Pfeilspitzen zu haben.

  9. Das war mal wieder eine großartige Sendung. Da beschäftigt man sich auch mal mit Themen, die sonst nicht so direkt auf dem Wege liegen! Mehr davon!

  10. Sehr spannende Folge, bei der ich am Ende das Gefühl hatte, man hätte nochmal so lange über das Thema sprechen können.

    Jochen ist ein toller Gesprächspartner, wirkt sehr reflektiert und fachkundig.

    Als Laie hätte mich nochinteressiert, wie andere Arten von Jagden ablaufen, wie funktioniert das gemeinsame Jagen usw.
    Dann gäbe noch den ganzen bereich Trophäen, Felle, Geweihe; den Mythos Großwildjagd usw.

  11. Dieser Podcast öffnete mir die Augen in Hinblick auf das Jägertum. Ich muss sagen, das Jochens Einstellung dazu mir sehr sympathisch ist. Sicher denken nicht alle Jäger so, aber die Grünröcke hat’s für mich in ein positiveres Licht gerückt. Werde bei nächster Begegnung im Feld doch mal das Gespräch suchen.
    Der Aufbau dieser Sendung gefiel mir sehr gut. Tim hat professionelle Gesprächsvorlagen geliefert und war thematisch abseits von Technik und Internet sehr gut vorbereitet. Die 3 Stunden vergingen wie im Flug.
    Hellhörig wurde ich gleich in den ersten Minuten, als es um Retriever ging.
    Wir haben drei Labbi-Jungs im Alter von eins bis 15 Jahren. Habe auch gleich die entsprechende Folge im Jagdfunk-Podcast gehört.
    Wir überlegen jetzt mit unserem 12 Monate alten Labrador Retriever vom Züchter eine jagdliche Ausbildung zu machen. Bisher gingen wir davon aus, dass Jagdhunde hauptsächlich mit Druck, Teletakt und Stachelhalsband erzogen werden. Das lehnen wir ab. Aber auch in Sachen Jagdhundeausbildung scheint es zum Glück große Unterschiede zu geben.
    Vielen Dank an Tim und Jochen für diese Sendung!

    • Wie in jeder Vergleichsgruppe gibt es auch unter Jägern sone und solche. Der andauernde mediale Druck und die damit verbundene Stigmatisierung der Jagd verfehlten natürlich nicht ihre Wirkung. Eventueller “Knorzigkeit” bitte ich also mit Geduld und Nachsicht zu begegnen. Ich brauchte auch meinen Anlauf, um zur “jagdlichen Plaudertasche” zu werden.

      Noch eine Bitte. Wenn Du Deine Hunde nicht wirklich auf der Jagd einsetzen möchtest, bitte ich Dich von deren jagdlicher Ausbildung abzusehen. Das verbraucht erstklassiges “Bio”-Lebensmittel zur Hundeausbildung. Das muss ja nicht sein.

      Die gleiche Ausbildung kannst Du auch mit Dummies (Segeltuchsack mit Füllung) machen und später, bei Bedarf, immer noch die Arbeit mit Wild dazunehmen. Anschluss findest Du z.B. über http://www.retriever-forum.net/.

  12. Hallo Tim,
    Ich denke es ist dir vielleicht aufgefallen und deshalb (auch wenns 3 tage zu spät kommt) Herzlichen Glückwunsch zu 10 JAHREN! CRE. Habe gerade mal die alten Folgen durch geschaut und da ist mir aufgefallen das die erste am 22.11.2005 veröffentlich wurde.

    Ich wünsche dir auf diesem Wege viel Erfolg und spannende Gesprächspartner für die nächsten 10 Jahre. Deine Podcasts sind ein Teil der Internetkultur geworden. Du hast uns damit viele Spannende Themen und neue Aspekte aus allen Bereichen näher gebracht. Dafür will ich dir viel mals Danken.

    Ich hebe mein Glas und sage DANKE!

  13. Ich hätte noch zwei Fragen:
    Zu der Trichinenuntersuchung:
    Was macht man denn in der Zwischenzeit mit dem Fleisch? Die Untersuchung scheint ja nicht am selben Tag stattzufinden? Muss man das Tier also zwangsläufig konservieren bis der Befund da ist?

    Und zweitens Persönlich:
    Ist Herr Schumacher Hauptberuflich Jäger oder ist dies ein “Hobby”.

    Schöne Grüße
    Jonathan

    • Konservieren klingt irgendwie nach Mausoleum! ;o)
      Die wenigen Tage bis zum Ergebnis der Untersuchung laufen parallel zur Fleischreifung. Normale Kühlung (Das Wildschwein muss natürlich hineinpassen) reicht aus.
      https://www.wild-auf-wild.de/content/reife

      Ich habe keine Ausbildung zum Berufsjäger. Alles was ich weiß habe ich mir angelesen oder bin Menschen, bei denen ich Expertise vermutete, mit meiner Neugier auf die Nerven gegangen. Einige dieser Gespräche habe ich als Podcast publiziert. Meine Lernkurve ist hoffentlich noch lange nicht beendet!

      • Ahh, noch mehr gelernt, vielen Dank. Als naives Stadtkind dachte ich das das Fleisch am besten sofort verzehrt werden muss.
        Die zweite Frage zielte auf den Zeitaufwand ab. Ob du das parallel zu einem “normalen” Job machst oder deine meiste Zeit beim Jagen verbringst.
        Schöne Grüße
        Jonathan

  14. Sehr interessante Folge, wenn ich auch Jochens Argumentation und Einstellung nicht immer nachvollziehen konnte. Aber das muss ja auch nicht sein.

    Ihr habt kurz die Bioenergie angesprochen, Jochen meinte, dass das ja alles Quatsch sei, und überhaupt mit dem ganzen Mais und sowieso. In einer WRINT-Ausgabe wurde das Thema auch schon mal angeschnitten und auch da war das sehr gefährliches Halbwissen. Als Student der “Nachwachsenden Rohstoffe und Bioenergie” an der Uni Hohenheim stoßen mir solche Pauschalisierung natürlich sauer auf. Entgegen Jochens Behauptung wird nämlich der meiste Mais als Futtermittel verwendet (ca. 65 %). Siehe auch https://mediathek.fnr.de/grafiken/daten-und-fakten/bioenergie/biogas/maisanbau-in-deutschland.html.

    Nun weiß das aber der gemeine Spaziergänger nicht unbedingt und so stellt diese “Vermaisung” der Landschaft durchaus ein Problem für die Bioenergie dar – wenn auch eventuell kein ökologisches. Grundsätzlich läuft in der Bioenergie aktuell natürlich vieles nicht richtig und ist dementsprechend immer kritisch zu hinterfragen. Allerdings bestehen selbstverständlich auch Chancen, wie z.B. in der Verwertung von sowieso anfallender Gülle in Biogasanlagen.

    Zur Klärung all dieser und hoffentlich noch weiterer Fragen würde ich mich über einen Podcast zur Bioenergie sehr freuen. Als extrem kompetente, eloquente und die ganze Thematik immer sehr kritisch hinterfragende Gesprächspartnerin kann ich da nur Prof. Iris Lewandowski vom Fachgebiet Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergiepflanzen der Uni Hohenheim empfehlen!

    Ich würde mich sehr freuen, wenn da was bei rum kommen würde :)

    • Da war ich natürlich provokant. Hat ja auch funktioniert! ;o)

      Man möge aber berücksichtigen, dass ich mich als Lobbyist der Wildtiere für deren Interessen einsetze.
      “Wer Bewohner des Bodens ist, hat es in Deutschland besonders schwer.” Das sind die Worte des leider viel zu früh verstorbenen Prof. Paul Müller https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_M%C3%BCller_%28Biologe%29

      Unter dem Aspekt der Lebensraumqualität halte ich den großräumigen Anbau von Maissorten, die auf die Energieerzeugung optimert sind, für einen ein Rückschritt. Das ist natürlich nur ein Apekt einer größeren Diskussion. Der kam mir aber immer zu kurz. In einer Gesellschaft, die sich zunehmend für Natur- und Artenschutz engagiert, halte ich das für wichtig.

      Schon meine Neugier zwingt mich das Gespräch mit Prof. Iris Lewandowski zu führen. Ob sie das auch möchte?! ;o)

  15. Hey,
    bin grad bei 01:18:xx
    und will dem Standpunkt, dass irgendiwe Menschen an Krankheiten krepieen müssten, damit wir nicht alle verhungern, etwas entgegensetzen. Laut der Gapminderfoundation, die globale Daten auswertet, streben wir nähmlich eben mit und durch Medizin einer Nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung entgegen. Weltweit haben wir nähmlich wieder weltweit ein Verhältnis von ca. 2 Kindern pro 2 Eltern (aktuelle Ferltilitätsrate von ca. 2,5), dass über Jahrtausende darüber sichergestellt wurde, dass nur 2 von 6 Kindern überlebten. wenige Kinder sind die Weltweite Norm, es pegelt sich seit Jahrzehnten von alleine ein, die Kinder überleben, es rentiert sich in diese zu ‘inverstieren’, und daws höhere Durchschnittsalter ermöglicht weltweites lernen…

    es gibt eben, wie der Interviewte sagte, keinen! zirkulräen Naturzustand, wir sind der bestimmende Faktor, der unser Leben bestimmt, nicht die Natur. Wiese scheint es unmöglich, dass etwas unvorhergesehenes mit uns passiert, beispielsweise, dass wir von alleine einen Weg finden, ohne unsere Kinder sterben zu sehen, auf einen guten Weg zu kommen…^^

    hier die Einführung (leicht verständlich gemacht):
    The Overpopulation Myth
    https://www.youtube.com/watch?v=eA5BM7CE5-8&feature=youtu.be

  16. Hallo Tim,

    wie auch Jochen, scheinen viele Jäger eine Sicht auf den Artenschutz zu haben, die auf Abschuss statt auf Selbstregulierung des Ökosystems basiert. Es wäre interessant eine Folge zum Thema “Ökosysteme” oder “Wald” mit einem Biologen zu machen, der vllt Jochens Aussagen bestätigen kann oder eine andere Meinung vertritt.

  17. Vielen Dank, Jochen, vielen Dank, Tim!

    Eine tolle Ausgabe, der ich auch gerne noch länger hätte lauschen können (macht nix, ich abonnier jetzt mal den Jagdfunk).

    Ich komme zwar schon vom Land und der Urgroßvater war leidenschaftlicher Jäger, aber ich konnte tatsächlich noch eine Menge dazulernen. Vor allem hatte ich im Kopf bislang die Rollen von Förster und Jäger eher vertauscht.

    Persönlich hätte ich gerne noch etwas mehr über den “technischen” Bereich erfahren (Büchse, Flinte, Ballistik, Hochsitz), dafür gibt’s aber ebenso den Jagdfunk und die Pavelfolge.

    Macht weiter so!

  18. Hallo Tim, hallo Jochen,

    vielen Dank für diesen tollen Podcast. Ich bin selbst Angler und mich hat das Thema total berührt. Ich finde es spricht nichts dagegen sich hin und wieder eine Forelle zu angeln oder ein Wildschwein zu jagen. Entscheidend ist wie wir mit den Tieren umgehen. Ich würde mir wünschen das viele Leute diesen Podcast hören, denn er regt wirklich zum nachdenken an. Jochen spricht vom Ernten, was ja industriell so gemacht wird. Jedoch der Jäger ist auch ein Naturfreund und sicherlich wäre es sinnvoller das Fleisch von ihm zu kaufen als das aus dem Supermarkt. Würden wir alle den Tieren respektvoll gegenüber stehen würde auf Einsicht Ablehnung folgen und vielleicht auch Rückbesinnung auf das Traditionelle Brauchtum, das Lokale. Es schmeckt ja auch viel besser. Jochen, ich finde du machst das richtig so. Vielen Dank.

  19. Hallo!
    Interessantes Thema und danke für das Gespräch! Mir hat viel gefallen, was mir leider negativ aufgefallen ist, ist das Verständnis von “Gleichgewicht”. Natürlich gibt es in der Natur Gleichgewichte. Auf der untersten – chemischen – Ebene ist ein Gleichgewicht der Zustand, der sich einstellt – sehr einfach formuliert – wenn die Faktoren (Reaktanden in einer Reaktion), die den Zustand definieren, gleich bleiben. Ändern sich die Faktoren, ändert sich die “Lage” des Gleichgewichts. Aber dennoch ist es ein Gleichgewicht. Ein Gleichgewicht, konträr zum fehlgeleiteten Sprachverständnis, ist eben kein konstanter Zustand, sondern etwas dynamisches. Die rudimentäre Beschreibung eines chemischen Gleichgewichts lässt sich auch auf die makroskopische Welt übertragen und behält Gültigkeit. Populationsdynamik und co.

    Zum Thema Umstellung auf pflanzliche Ernährung würde mehr Monokulturen / Landwirtschaft brauchen: es ist doch so, dass im Verhältnis zu tierischer Erhnährung weniger Fläche insgesammt nötig ist. Schon aus dem einfachen Grund, dass die Energie nicht von Pflanze zu Nutztier zu mir, sondern von Pflanze zu mir geht. Zum Thema Dünger: es gibt ja auch durchaus auch Stickstoff-bindende Pflanzen (in erster Linie sorgt man mit Dünger für den Stickstoff Eintrag). Fruchtwechsel und so Gedöns gibt’s ja außerdem noch.

    Ein sehr interessanter Podcast mit einer für mich doch sehr ambivalenter Freizeitbeschäftigung. Danke!

  20. Hallo Tim, hallo Jochen,
    Tolle Folge!
    Habe nach der Sendung ein gutes Gefühl, derweil mein Handeln im Jagdbetrieb sich hier wiedergespiegelt hat.
    Leider wird dieser Bericht nur einem kleinen Teil unserer Bevökerung zugänglich sein und damit versandert er leider, bei den Intressierten und Fachleuten nicht.
    Ich würde mir wünschen, das dieser Beitrag, in kürzerer Form, der Bevölkerug per Radio zugänglich wird, damit mehr Verständnis für unser Handwerk entwickelt werden kann und die Abneigung gegen uns “Mörder” abnimmt.
    Vielen Dank an Tim und Jochen für diese Sendung!

  21. Zum Umweltschutz im Dritten Reich. Der Umweltschutz hatte hier bewahrenden und erhaltenden Charakter, nach dem Motto: was jetzt ist ist gut. Eine ganze Menge der Ideen wie die Erhaltung von Naturlandschaften, sind auch heute noch zu sehen, z.B. Almwiesen in den Bergen die es ohne Almwirtschaft nicht geben würde.

  22. Danke für den schönen Cast und interessanten Einblick!

    Ich fürchte aber wir haben da eine Einzelmeinung, welche die Realität nicht spiegelt, gehört.

    Ich wohne eine Stunde Zugfahrt vom Bayrischen Wald entfernt und bin dort häufig zu Gast.
    Dort werden seit geraumer Zeit Luchse geschossen. Die Jäger wissen allesamt gar selbstverständlich überhaupt nichts. Die Vehemenz mit der dort nichts gewusst wird ist erstaunlich.

    Ich möchte dem Interviewgast nicht vorwerfen das alles schöngeredet zu haben, fand ihn im Gegenteil sehr glaubhaft. Aber mit Sicherheit ist er nicht der typische Vertreter der Zunft.

    • Natürlich habe ich in weitern Teilen meine persönliche Sicht wieder gegeben. Und es gibt sicher andere Sichten, als die Meine. Ich erfahre aber von vielen Seiten – und ausdrücklich auch aus der Jägerschaft – Zuspruch. Allein bin ich also nicht. Typisch bin ich mit meiner Haltung natürlich auch nicht. Das ist aber eher wohl eher positiv in dieser schillernden Gesellschaft. Ich leiste einfach mal meinen Beitrag in einer Diskussion, die sehr viel lebhafter, aber auch emotionsfreier und sehr viel sachkundiger geführt werden sollte.

      Der angesprochene Luchs unterliegt, wie z. B. auch Wildkatze und Fischotter, dem strengen Schutz der FFH-Richtlinie. In Deutschland stehen sie unter dem Schutz des Jagdrechts. Er genießt nicht nur seit Jahrzehnten eine ganzjährige Schonzeit; damit unterliegt der Jagdausübungsberechtigte der Verpflichtung zur Hege für diese Wildart. Verstöße sind unzweifelhaft eine Straftat.

      Die vorliegende Schilderung liest sich – wenigstens zwischen den Zeilen, wie eine Vorverurteilung. Das Prinzip „in dubio pro reo“ ist in der deutschsprachigen Rechtstradition erstmals 1631 in den „Cautio Criminalis“ des Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld belegt. Damit trat er der Praxis der Hexenprozesse entgegen und trug entscheidend zum Ende des Hexenwahns in Deutschland bei. Dieses Prinzip hat sich bewährt. Bleiben wir doch dabei und vertrauen (auch wenn’s schwer fällt) auf die Ermittlungen der zuständigen Behörden und unser Rechtssystem.

      • Hallo Jochen,

        jetzt lieferst Du selbst hier mit Deinem In-dubio-pro-reo-Exkurs noch eine Vorlage, da muß ich leider meckern: Schon der Podcast glitt immer wieder ins Pupulärphilosophische ab, z. B. mit der Randbemerkung über die franz. und dt. Revolution, Gleichgewichte seien statische oder Sachen mit der Gauß- und der Sinuskurve. Ziehmlich ahnungslos, kann ich da nur sagen. Ganz als Replik auf die mir unterstellen Ahnungslosigkeit als Nicht-Jäger. Das ärgert mich.

        • Hallo, Norbert.

          Ich finde es ein wenig verwirrend, wenn jemand dezidierte Kritik an der Jagd anbringt und generalisierend aus Einzelfällen auf die Jäger im Allgemeinen schließt und dann, wenn er schlüssige Gegenkritik bekommt, larmoyant mit seinem „Nichtjägertum“ kokettiert.

          D a s ärgert m i c h.

  23. Sehr gute Folge!

    Einige bemängeln die passive Gesprächsführung.
    -> die detaillierten Schilderungen Jochens über das Ausweiden etc. scheinen Tim doch irgendwie auf den Magen zu schlagen. Finde das merkt man. Dennoch, mir hast gefallen!

  24. Wow. Sehr informativ, und das Gespräch deckt wirklich sehr viele Aspekte des Jagens ab. Auch wenn das Gespräch manchmal etwas unstrukturiert wirkt, der Inhalt und die vielen Impulse zum Nachdenken machen das allemal wett. Ich habe Lust bekommen, einen Jäger in meinem Bekanntenkreis nun mal zu löchern, wie das denn so bei IHM ist …

    Treffen sich zwei Jäger: Beide tot :)

  25. Interessantes Thema. Ich finde jedoch das ihr den Teil zur “Geschichte der Jagd”, aufgrund von Mangel an Expertise, besser weglassen sollen hättet.

    • Die Jagd ist bei weitem nicht mein Spezielgebiet, aber ich als Archäologe muss ich bei dem Punkt absolut zustimmen.

      Angefangen bei der Menschwerdung, hin zur Neolithischen Revolution und bis in die Neuzeit waren die geschilderten Ansichten doch extrem unreflektiert und recht voreingenommen.
      Erklärungsmuster wurden immer nur im Fokus von Jagd gesehen und andere Faktoren ausgeblendet.
      Man hat einfach sehr schnell gemerkt, dass das Wissen des Interviewten in dieser Hinsicht sehr auf voreingenommen Halbwissen beruhte.
      Die Schilderungen zum Mittelalter waren zudem doch sehr romantisch und europazentrisch angehaucht

  26. Ich möchte gern noch etwas die Beziehung zwischen Jäger und Forstwirt ausleuchten.

    Nicht immer ist es so, dass der Forstwirt, hier immer als Förster bezeichnet, die Wilddichte – also wie viel Wild auf einer bestimmten Waldfläche lebt – sehr niedrig halten will. Das kommt sehr auf die Baumart an die wachsen soll. Fichtenwälder können z.B. sehr viel mehr Rehe und Hirsche aufnehmen ohne, dass größerer Schaden entsteht. Als Waldbesitzer muss man hier vor allem aufpassen, dass der Terminaltrieb nicht angefressen wird, sodass der Baum gerade wächst. Wildschweine sind im Fichtenwald sogar sehr erwünscht, da sie den Boden im Wald umbrechen und dadurch den Fichtensamen die Möglichkeit geben zu keimen und zu wachsen.

    Das Problem am Fichtenwald ist, dass er keine Trockenheit verträgt und als Monokultur sehr Windanfällig ist. Leider sind das aber gerade die Hauptmerkmale der Klimaerwärmung in Mitteleuropa. Deswegen sind Forstwirte heute gezwungen einen Waldumbau, weg von der Monokultur Ficht hin zu Laub- oder Nadelmischwald, hinzubekommen. Das machen Fichtewaldbesitzer nicht gern, da die Fichte der Brodbaum ist, also den besten wirtschaftlichen Ertrag bringt. Das Problem daran ist, dass gerade diese Bäume, die sich zu Fichte hinzugesellen sollen, dem Reh- und Hirschwild besonders gut schmecken. Wir sprechen hier von Kiefer, Duglasie, Buche und Eiche. Zum Schutz dieser Jungbäume trifft dann solche Maßnahmen wir das Einzäunen größerer Flächen, bzw. nutzt man Wuchshüllen.

    Allerdings reichen diese Maßnahmen nicht aus. Weil die Fichtenwälder auch mehr jagbares Wild aufnehmen können ist die Wilddichte in den Fichtenwälder weit höher, als sie in natürlichen Wäldern wäre. Der Grund liegt hier in der Jägerschaft, die natürlich lieber mehr Wild in ihren Revieren haben will, um schnelle einen Abschuss hin zubekommen. Im Zuge des Waldumbaus hin zu einem robusten, Wald, der Sturm und Schädling trotzen kann, müssen auch die Jäger ein Opfer bringen und sich auf eine geringer Wilddichte einlassen.

    Jäger und Förster haben zwar ein paar gegensätzliche Interessen am Wald, aber im Grunde eint sie ein gemeinsames Ziel: der Erhalt des Waldes und seiner Tiere. Deswegen arbeiten auch Jäger und Forstwirte im Normalfall immer eng zusammen. Es ist auch häufig so, dass der Förster auch Jäger ist und auf die Jagd geht, und viele Jäger besitzen ein paar Hektar Wald. Man kennt die Probleme des jeweils anderen und kann diese nur gemeinsam lösen. Das gelingt häufig gut, aber wie das bei Menschen so üblich ist, gibt es auch Reibereien und Streit.

  27. Hallo Tim,

    im Grunde wäre der mitteleuropäische Wald auch ein sehr spannendes Thema für cre.

    Die Geschichte begann nach der Eiszeit vor 10.000 Jahren mit Birkenwäldern, die sich sich dann zu Haselwälder entwickelten – Ferrero hätte seine helle Freude gehabt und schließlich zu den Urwäldern wurden, wie wir sie uns heute vorstellen.

    Schon vor 4000 Jahren gab es in Mitteleuropa keinen Flecken Wald mehr, der nicht einmal vom Menschen gefällt oder gebranntrodet wurde. Erst danach kamen die dichten Eichen- und Buchwälder, die Tacitus beschrieb.

    Am Endes des Mittelalters wurde dann soviel Raubbau am Wald betrieben, dass man erstmals in Nürnberg, begann Bäume gezielt zu pflanzen. Durch diese Aufzucht von Bäumen war es dem Menschen möglich die Wälder gezielt umzugestalten. So veränderte sich das Aussehen von Deutschland grundlegend. Gab es noch zu Zeiten Luthers fast nur Laubwälder in Deutschland, konnte man zu Beginn der industriellen Revolution, fast nur noch Nadelwälder in Deutschland antreffen. Das war auch die Zeit, in der der deutsche Wald eine besondere und in der Welt einmalige Bedeutung errang. Der Grund hierfür waren die Brüder Grimm, deren aufgeschriebene Märchen recht häufig im Wald spielten und eine besondere Wirkung im Bewusstsein der Deutschen hinterlassen hat.
    Nachdem der Wald die Gründerzeit und die erste Republik gut überstanden hatte, betrieben die Nazis einen starken Raubbau. So verlor Deutschland etwa ein Drittel seiner Forstflächen während der Zeit des dritten Reiches. Erst in den 50er Jahren begann man mit der gezielten Wiederherstellung der verlorenen Waldflächen.

    Das nächste große Thema war das Waldsterben in den 80er Jahren und heute ist es der Klimawandel, der den Wald sehr zu schaffen macht.

    Der Wald spiegelt also kulturelle und gesellschaftliche Aspekte wieder und wurde zu jeder Zeit mit technischer Hilfe bearbeitet und umgeformt. Ein perfektes Thema um darüber drei Stunden zu sprechen.

  28. Vielen Dank für den informativen Podcast, den ich heute endlich mal zu Ende gehört habe. Interessant alleine schon die vielen anschaulichen, mir unbekannten Fachbegriffe.
    Bitte nicht übelnehmen: Als TV-Junkie der 1980er-Jahre kam mir dieser 30 Jahre alte Loriot-Klassiker in den Sinn; der muss hier einfach hin:
    https://www.youtube.com/watch?v=9-OGoqqHw14

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